Wie lange dauert es, bis Ihre neue Website online ist?
Vom ersten Gespräch bis zum Livegang: welche Phasen ein Website-Projekt hat, welche Zeitfenster realistisch sind und woran es fast immer hakt.
Die zweithäufigste Frage nach dem Preis. Und die, bei der die Antworten am weitesten auseinandergehen.
„Wie lange dauert das?” ist eine faire Frage. Sie steht meistens im ersten Gespräch, oft direkt nach der Frage nach den Kosten, und sie hat einen konkreten Grund: Sie planen etwas. Eine Messe, eine Eröffnung, eine Preisänderung, den Start einer Stellenausschreibung. Irgendwo im Kalender steht ein Datum, und die Website soll vorher stehen.
Die Antworten, die Sie darauf bekommen, reichen von „in einer Woche” bis „rechnen Sie mit einem halben Jahr”. Beides kann stimmen. Der Unterschied liegt selten in der Geschwindigkeit des Umsetzenden.
Warum die Frage schwer zu beantworten ist
Ein Website-Projekt besteht aus zwei sehr unterschiedlichen Sorten Arbeit. Die eine liegt bei mir: Entwurf, Aufbau, Technik, Test. Diese Zeit lässt sich ziemlich genau planen, weil ich weiß, wie lange ich für was brauche.
Die andere liegt bei Ihnen: Texte, Bilder, Freigaben, Entscheidungen, Zugangsdaten. Diese Zeit lässt sich nicht planen, sondern nur schätzen, und sie ist in fast jedem Projekt der größere Anteil.
Deshalb ist jede Dauerangabe ohne Bedingung eine halbe Angabe. Die ehrliche Version lautet: so lange, wenn die Inhalte da sind.
Die drei Phasen
Phase 1: Der Entwurf. Sie erzählen mir, worum es geht, ich baue daraus einen echten Entwurf. Kein Wireframe, keine Präsentation, sondern eine Seite, die Sie im Browser ansehen können. Bei mir liegt der nach 48 Stunden vor. Sie sehen also sehr früh, wohin es geht, und entscheiden erst danach, ob Sie weitermachen wollen.
Phase 2: Der Ausbau. Aus dem Entwurf wird die vollständige Seite: alle Unterseiten, Inhalte, Formulare, Technik, Mobilansicht, Ladezeit. Das ist der längste Abschnitt und der, in dem die Inhalte gebraucht werden.
Phase 3: Feinschliff und Livegang. Korrekturschleifen, Rechtstexte, Weiterleitungen von alten Adressen, Umzug auf die richtige Domain, letzte Tests. Meist ein paar Tage, aber nur, wenn die Zugänge zu Domain und Hosting vorliegen. Wenn nicht, kann genau hier eine ganze Woche verschwinden.
Realistische Zeitfenster
Vom Briefing bis zum Livegang, mit vorhandenen Inhalten:
| Umfang | Dauer |
|---|---|
| Onepager | 1 bis 2 Wochen |
| Multipage | 3 bis 5 Wochen |
| Business Site | 4 bis 6 Wochen |
Die genaue Aufteilung und was jeweils dazugehört, steht auf der Preisseite. Wenn Ihr Termin knapper ist als das obere Ende der Spanne, sagen Sie das im ersten Gespräch. Manches lässt sich staffeln: erst online gehen, was für den Termin zählt, den Rest danach.
Was den Zeitplan wirklich bremst
Nach meiner Erfahrung sind es fast immer dieselben fünf Dinge, und keines davon ist Technik.
1. Die Inhalte kommen später als gedacht. Das ist der Klassiker. Texte schreiben dauert länger, als man sich vornimmt, besonders neben dem Tagesgeschäft. Wenn ein Projekt aus dem Zeitplan läuft, liegt es in neun von zehn Fällen hier.
2. Freigaben ohne klare Zuständigkeit. Wenn drei Personen mitreden, aber niemand entscheidet, wird aus einer Korrekturschleife eine Diskussion. Benennen Sie eine Person, die im Zweifel entscheidet. Das ist die wirksamste einzelne Maßnahme für einen kurzen Zeitplan.
3. Zugänge zu Domain und Hosting sind nicht auffindbar. Die Domain läuft über den Neffen eines früheren Mitarbeiters, das Passwort hat niemand. Das klingt nach Ausnahme, ist aber Alltag. Klären Sie früh, wer Zugriff hat, nicht am Tag vor dem Livegang.
4. Nachträge mitten im Projekt. „Können wir noch schnell einen Karrierebereich dazunehmen?” Können wir, gern. Nur verschiebt es den Termin, und zwar nicht um die Bauzeit des Bereichs, sondern zusätzlich um die Zeit für Inhalte und Freigabe. Nachträge sind kein Problem, solange beide Seiten wissen, was sie kosten.
5. Rückmeldungen in Häppchen. Fünf Mails an fünf Tagen mit je einer Anmerkung erzeugen fünf Runden statt einer. Sammeln Sie Ihre Anmerkungen und geben Sie sie gebündelt.
Was Sie vorbereiten können
Wenn Sie es eilig haben, ist das hier die Liste, die den Unterschied macht. Nichts davon braucht mich.
- Logo in guter Qualität, möglichst als Vektordatei
- Fotos, die Sie verwenden dürfen: eigene Aufnahmen, Produkt- oder Teambilder
- Ihre Leistungen, in Stichpunkten. Fertige Texte sind schön, aber Stichpunkte reichen zum Anfangen
- Zwei oder drei Websites, die Ihnen gefallen, und ein Satz dazu, warum
- Zugangsdaten für Domain und Hosting, oder wenigstens die Info, bei wem sie liegen
- Ihre Rechtstexte, oder die Entscheidung, wer sie erstellt
Wenn Sie diese sechs Punkte beisammenhaben, bevor es losgeht, sparen Sie in einem Multipage-Projekt erfahrungsgemäß ein bis zwei Wochen. Das ist mehr, als jede Beschleunigung auf meiner Seite bringen könnte.
Der Tag nach dem Livegang gehört auch dazu
In vielen Zeitplänen endet das Projekt mit dem Livegang. In der Praxis ist das der Punkt, an dem die ersten echten Rückmeldungen kommen: ein Tippfehler auf einer Unterseite, ein Formular, das jemand anders erwartet hätte, eine Leistung, die noch fehlt.
Rechnen Sie deshalb ein bis zwei Wochen nach dem Start als ruhige Nachlaufzeit ein, in der Kleinigkeiten nachgezogen werden. Das ist kein Zeichen für schlechte Vorbereitung, sondern normal: Manches sieht man erst, wenn die Seite unter der eigenen Adresse läuft und die ersten Besucher darauf sind.
Und dann folgt der Teil, der nicht mehr in Wochen gemessen wird, sondern in Monaten: Updates, Sicherheit, neue Inhalte. Wie schnell eine Seite ohne Pflege abbaut, habe ich in einem eigenen Beitrag zur Website-Wartung aufgeschrieben. Wer das gleich mitplant, spart sich später den Relaunch, der eigentlich keiner sein müsste.
Woran Sie einen realistischen Zeitplan erkennen
Ein Zeitplan, der Ihnen genannt wird, sollte drei Dinge enthalten. Fehlt eines davon, ist es eher eine Hoffnung als ein Plan.
Er nennt Bedingungen. „Vier Wochen ab Vorliegen der Inhalte” ist eine Angabe. „Vier Wochen” allein ist eine Zahl.
Er hat benannte Zwischenschritte. Entwurf, Ausbau, Freigabe, Livegang, jeweils mit einem ungefähren Datum. So merken beide Seiten früh, wenn etwas verrutscht, und nicht erst eine Woche vor dem Termin.
Er sagt, was passiert, wenn etwas fehlt. Nicht als Drohung, sondern als Absprache: Wenn die Texte in Woche zwei nicht da sind, verschiebt sich der Livegang um denselben Zeitraum. Das ist unangenehm auszusprechen und erspart hinterher viel Ärger.
Wie ich es mache
Sie bekommen innerhalb von 48 Stunden einen echten Entwurf zu sehen und entscheiden erst danach, ob wir weitermachen. Kein Vorschuss, keine Vertragslaufzeit vorher. Wenn wir weitermachen, bekommen Sie einen Zeitplan mit Zwischenschritten und Bedingungen, keine einzelne Zahl.
Wenn Sie ein Datum im Kalender haben, das nicht verhandelbar ist, sagen Sie es im ersten Satz. Dann planen wir rückwärts von dort, statt vorwärts ins Ungefähre.
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